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Mittelbrücke auf Föhr - seit 2023 ist sie leider Geschichte
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Montag, 10. Juni 2024

1000 Kraniche - und die Frage nach den Wünschen...

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost greife ich einen Gedanken auf, der mich seit Beginn der Corona-Pandemie begleitet. Damals habe ich euch gezeigt, wie man einen Kranich faltet. Hier könnt ihr das nachlesen.

Damals ging es mir eher um das Falten, aber heute geht es mir mehr um das, was dieser Kranich symbolisiert.

Falte 1000 Kraniche – und du hast einen Wunsch frei!

So lautet die alte japanische Legende, die ich damals schon kurz angedeutet hatte.

Wenn es doch so einfach wäre! Einen Kranich zu falten, das dauert ungefähr 10 Minuten – nach etwas Übung auch weniger. 1000 Kraniche zu falten, das würde dann etwa 10.000 Minuten dauern, oder ca. 166 Stunden. Oder auch ungefähr 7 Tage. Eine Woche ununterbrochen Kraniche falten, um einen Wunsch zu äußern. Ganz ehrlich: wenn das funktionieren würde, dann würde ich mich dran machen. Was würde ich mir wünschen?

Vor allem würde ich mir Frieden in der Welt wünschen. Im Kleinen unter Nachbarn und in der Familie, aber vor allem auch im Großen. Die Kriege in der Ukraine und im Gazastreifen sind schrecklich, die Handelskriege zwischen den großen Nationen der Welt sind nicht weniger schrecklich.

Wenn es lediglich 1000 Papierkraniche bräuchte, um das zu beenden – ich würde sofort mit dem Falten anfangen.

Ich möchte euch die Geschichte von Sadako aus Japan erzählen – vielleicht habt ihr diese Geschichte schon gehört. Es ist eine traurige, aber gleichzeitig auch eine mutmachende Geschichte.

Sadako war etwa 2 Jahre alt, als über ihrer Heimatstadt Hiroshima die erste Atombombe abgeworfen wurde. Zunächst sah es so aus, als hätte sie dieses Unglück unbeschadet überstanden – aber als sie 12 Jahre alt war, erkrankte sie schwer an Leukämie, der sogenannten Strahlenkrankheit.

Da begann sie, Kraniche zu falten. Sadako faltete aus winzig kleinem Papier – aus den Beipackzetteln ihrer Medikamente - 1000 Kraniche. Es schien ihr zunächst schon sehr viel besser zu gehen. Das gab Sadako Hoffnung und sie versuchte weitere 1000 Kraniche zu falten.

Aber irgendwann merkte sie, dass sie sich von den Folgen der Radioaktivität nicht erholen würde, und sie änderte ihren Wunsch. Stattdessen betete sie für Frieden zwischen den Ländern dieser Welt. Mit jedem Kranich, den sie faltete, flüsterte sie: „Ich werde Frieden auf deine Flügel schreiben und du wirst in alle Welt fliegen.“

Sie hatte 644 Kraniche gefaltet, als sie starb.
Dennoch ist ihr Leben nicht vergessen – denn seitdem gelten in Japan und in der Welt die Origami-Kraniche nicht nur als Wunscherfüller, sondern auch als Zeichen des Friedens.

Vielleicht ist die Vorstellung naiv, dass lediglich 1000 Papierkraniche für den Frieden genügen. Wir wissen ja, dass es so einfach nicht ist.

Aber die Geschichte von Sadako zeigt uns auch, dass hinter den 1000 Kranichen mehr steckt als das Produkt. Es geht gar nicht um die 1000 gefalteten Papierstückchen. Es geht um den Vorgang des Faltens.

Beim Falten sind die Finger beschäftigt, die Gedanken konzentrieren sich auf den nächsten Knick – es ist einfach meditativ. So gesehen kann das Falten von Kranichen dabei helfen, den Alltag mit seinen schrecklichen Nachrichten und seinen drängenden Sorgen für eine kleine Zeit zu vergessen. Gedanken und Gefühle können sich dabei auf Gott fokussieren – das ist für mich ein Gebet!

Nein, Gott lässt sich nicht durch die Anzahl von gefalteten Kranichen zu irgendetwas „zwingen“ – nicht umsonst heißt eine der Bitten im Vaterunser: Dein Wille geschehe. Aber ab und zu mal innehalten und ein Gebet sprechen oder denken – einfach mal Kontakt zu Gott aufnehmen – das kann ja nicht verkehrt sein.

Und wenn ein Papierkranich dabei hilft – warum eigentlich nicht?

Wenn du 1000 Kraniche gefaltet hast, erfüllen die Götter dir einen Wunsch – ich komme noch einmal auf diese Legende zurück.

Wenn ich 1000mal beim Falten um dasselbe gebetet habe – 1000 Mal um Frieden gebetet, 1000 Mal darum, dass Gottes Wille geschehe, dann hat dieses Gebet 1000 Mal meine Seele berührt. Wenn es auch nicht Gott zu irgendetwas „zwingen“ kann – es wird auf jeden Fall mich selbst verändern. Vermutlich ist es mir nach dem 1000. Kranich dann egal, ob mein Wunsch erfüllt wird, denn ich habe mich eingefunden in Gottes Gegenwart und Liebe.

Das geht mit Kranich falten – und auch ohne!

Ich fordere euch jetzt nicht auf, einen Kranich zu falten – das würde den Rahmen dieser Flaschenpost definitiv sprengen und ist ja auch irgendwie nicht Teil unserer deutsch-nüchternen Kultur. Aber trotzdem: mit oder ohne Papierkranich: was wäre denn der eine große Wunsch, das eine große Gebet, dass du vor Gott bringen möchtest? Worum würdest du bitten, wenn...

Und falls du doch noch mal einen Kranich falten willst - die Anleitung findest du in meiner alten Flaschenpost von 2019!

Seid herzlich gegrüßt von 


Monika

Samstag, 16. September 2023

Hoffnung stirbt zuletzt

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost teile ich mit euch die Morgenandacht am Strand, die heute ausgefallen ist. Es waren einfach zu wenig Menschen da, wir haben statt dessen ein Lied gesungen, ein Gebet gesprochen und sind gesegnet wieder auseinandergegangen. War irgendwie auch schön.
Aber natürlich hatte ich eine Andacht vorbereitet, ein Mitgebsel dazu auch - die leicht überarbeitete Fassung gibt's hier, die komplette Morgenandacht werde ich dann nächste Woche am Strand halten - sofern dann das Wetter noch mitspielt.
Es wird so langsam Herbst -
die Saison ist vorbei, kaum noch
Menschen unterwegs!


Wer hofft, ist seiner Zeit voraus.
Die folgende Geschichte erzählt von Verzweiflung, aber auch von Hoffnung und Vertrauen

Der Zimmermann und der König

von William Saroyen
Einst lebte ein Zimmermann, den eines Abends auf seinem Heimweg ein Freund anhielt und fragte: “Mein Bruder, warum bist du so traurig?”
“Wärst du in meiner Lage, du empfändest wie ich”, sagte der Zimmermann.
“Erkläre dich”, sprach der Freund.
“Bis morgen früh”, sagte der Zimmermann, “muss ich elftausendelfhundertelf Pfund Sägemehl aus Hartholz für den König bereit haben, oder ich werde enthauptet.”
Der Freund lächelte und legte ihm den Arm um die Schulter.
“Mein Freund”, sagte er, “sei leichten Herzens. Lass uns essen und trinken und den morgigen Tag vergessen. Der allmächtige Gott wird, während wir ihm Anbetung zollen, statt unserer des Kommenden eingedenk sein.”
Sie gingen also zum Hause des Zimmermanns, wo sie Weib und Kind in Tränen fanden. Den Tränen ward Einhalt getan durch Essen, Trinken, Reden, Singen, Tanzen und allsonstige Art und Weise von Gottvertrauen und Güte. Inmitten des Gelächters fing des Zimmermanns Weib zu weinen an und sagte: “So sollst du denn, mein lieber Mann, in der Morgenfrühe enthauptet werden, und wir alle vergnügen uns indessen und freuen uns an der Güte des Lebens. So steht es also.”
“Denke an Gott”, sprach der Zimmermann, und der Gottesdienst ging weiter.
Die ganze Nacht hindurch feierten sie.
Als Licht das Dunkel durchdrang und der Tag anbrach, wurde ein jeglicher schweigsam und von Angst und Kummer befallen.

Die Diener des Königs kamen, und klopften sacht an des Zimmermanns Haustür, und der Zimmermann sprach: “Jetzt werde ich sterben”, und öffnete.
“Zimmermann”, sagten sie, “der König ist tot. Mache ihm einen Sarg.”
Da war der Zimmermann in einer ausweglosen Situation – es war klar, dass er die Aufgabe nicht wird bewältigen können.
Im Vertrauen auf Gott feierten sie die ganze Nacht, im Angesicht der Verzweiflung und des Todes.

Das Ende ist überraschend – damit hätte niemand gerechnet.
Am Ende siegen eben nicht die Verzweiflung und der Tod, am Ende passiert, was Gott will.

Ich habe einen Psalm in der Bibel gefunden, der genau diese Grundhaltung betend vor Gott bringt – Psalm 91.

Dieser Psalm erzählt von der Hoffnung auf Gott - die alles durchdringt, was das Leben so bringt. Der Psalmist verneint nicht, dass es Schwierigkeiten geben wird in seinem Lebensweg. Es wird immer wieder Situationen geben, in denen er verzweifeln könnte.

Die Hoffnung stirbt zuletzt - so sagen wir in unserer heutigen Zeit - und machen weiter, auch wenn die Aussicht auf Erfolg gering zu sein scheint.

Ovid sagt: “Es ist die Hoffnung, die den Schiffbrüchigen mitten im Meer veranlasst, mit seinen Armen zu rudern, obwohl kein Land in Sicht ist.”

Das ist für mich wirklich eine hoffnungslose Situation: mitten im Meer schwimmen zu müssen - und mit jeder Sekunde länger im Wasser sinkt die Hoffnung. Und doch werden wir weiter mit den Armen rudern - die Hoffnung stirbt zuletzt. Es könnte ein Wunder geschehen, das mich doch noch rettet.
Mein Mitgebsel von heute Morgen!
Was immer euch bedrückt, euch Sorgen bereitet, euch den Schlaf rauben will: Wir können nicht verhindern, dass die schwarzen Vögel der Sorge um unseren Kopf fliegen - aber wir können verhindern, dass sie Nester bauen!
Dieser Satz wird Martin Luther zugeschrieben.

Seid gesegnet, Ihr Lieben jenseits des Meeres und auch ihr, hier auf der Insel
Monika

Mittwoch, 6. September 2023

Flüüüügel!

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich mit euch die Andacht teilen, die wir am Mittwoch in der Gute-Nacht-Kirche gefeiert haben. Es geht um das Gefühl von Freiheit, um Flügel, aber auch um das, was uns erdet und auf dem Boden der Tatsachen festhält.

Martha und Maria

Als Jesus mit seinen Jüngern weiterzog, kam er in ein Dorf. Dort nahm ihn eine Frau als Gast bei sich auf. Ihr Name war Marta. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Die setzte sich zu Füßen des Herrn nieder und hörte ihm zu.

Aber Marta war ganz davon in Anspruch genommen, sie zu bewirten. Schließlich ging sie zu Jesus und sagte: »Herr, macht es dir gar nichts aus, dass meine Schwester mich alles allein machen lässt? Sag ihr doch, dass sie mir helfen soll!« 
Aber der Herr antwortete ihr: »Marta, Marta! Du bist so besorgt und machst dir Gedanken um so vieles. Aber nur eins ist notwendig: Maria hat das Bessere gewählt, das wird ihr niemand mehr wegnehmen.«

Flügel!

RedBull verleiht Flügel! Diesen beflügelnden Werbeslogan kennt ihr bestimmt. Ein verlockendes Angebot, das muss man schon sagen. Denn viele von uns haben große Sehnsucht nach Freiheit, Weite und einfach die Füße in der Luft schweben zu lassen. Einen Moment der Freiheit genießen im Trubel des gestressten Alltags, der durch Verpflichtungen und Terminen vollgepackt ist. Jeder will was von mir und meine To-Do-Liste ist schon wieder zu lang. So wie Martha, in der vorhin gehörten Geschichte, sind wir meist nur am Rotieren und am Arbeiten.
RedBull oder irgendein anderes Energy-Getränk verleiht uns schon mal keine wahren Flügel und hilft uns keinen Moment lang zu schweben- so viel ist klar. Doch was ist es dann? Was verleiht uns Flügel?
Was hält uns fest, was erdet uns?

Alltägliche Anforderungen lassen mich allzu schnell vergessen, dass es etwas anderes geben könnte als Pflichterfüllung und Geldverdienen.
Die ständige Tretmühle des Alltags für eine kurze Zeit zu vergessen, für die Dauer eines Gottesdienstes etwa oder für die Dauer eines Konzertes oder für die Dauer eines Urlaubes, gibt mir Kraft und Auftrieb. Maria tut das in unserer Geschichte: sie setzt sich einfach zu Jesu Füßen und hört zu. Obwohl der Alltag drückt, obwohl es viel zu tun gäbe. Sie tut das nicht immer, aber für dieses Mal macht sie es. Und wird prompt von Martha angefeindet, die sich allein gelassen fühlt mit der vielen Arbeit. Martha fühlt sich dermaßen im Recht, dass sie sich an die höchste verfügbare Autorität wendet, um den Höhenflug, den vermeintlichen Egotrip von Maria zu beenden. Das Erstaunliche und Beruhigende ist, dass Jesus Maria den Rücken stärkt. Sie hat den guten Teil erwählt.
Manchmal brauchen wir eine Auszeit, eine Zeit der Stärkung, bevor wir den Alltag wieder auf unsere Schultern laden können. Ohne den Alltag allerdings würden wir die Auszeiten vermutlich nicht einmal zu schätzen wissen. Wer immer Urlaub hat, wird vermutlich irgendwann Langeweile bekommen. Wenn die ganze Woche aus Wochenenden bestünde, wüssten wir bald mit unserer freien Zeit nichts mehr anzufangen. Das Wochenende ist die willkommene Unterbrechung des Alltags, so wie der Urlaub die willkommene Unterbrechung der Jahresarbeit ist.

Wir können die Höhenflüge nur genießen, wenn wir gleichzeitig geerdet sind.

Ein Flugdrachen ist das perfekte Beispiel für unsere Andacht.
Er hat keine Flügel – so wie wir selbst keine Flügel besitzen, aber ein Flugdrachen hat einen Halt- ja eine Erdung- durch seine Schnur und fliegt doch nur durch die Kraft des Windes.
Der Wind ist etwas, auf das wir keinen Einfluss haben. Wir können uns nicht einfach vornehmen, zu fliegen, ohne den Wind mit einzubeziehen.
Aber um den Drachen erstmal in die Luft zu bekommen, benötigt es meist nicht nur den Wind, sondern auch Menschen, die dem Drachen einen Anstoß geben und diesen durch die verbindende Schnur lenken. Man braucht also einen Impuls, um in die Luft zu kommen und zu fliegen - das kann bei uns ein Anstoß von Freunden oder der Familie sein, aber auch die Natur, Medien, unsere Gefühle, Gott, die Kirche oder auch vielleicht diese Andacht hier in der Flaschenpost, all das kann einen kleinen Impuls geben, um uns wenigstens für kurze Zeit in die hoffentlich windige Luft stoßen. Gebunden durch unsere Ketten der Vergangenheit, der Erfahrung und Pflichten können wir trotzdem im Wind fliegen, ausbalanciert durch den Lenker, der uns festhält, uns durch stürmische Zeiten dirigiert und uns auch aufhebt, wenn wir hart auf den Boden fallen sollten.

Wir können nicht immer den Platz von Maria einnehmen, auch wenn das der bessere Teil des Lebens ist. Wir müssen auch wie Marta arbeiten, um zu leben. Aber ab und zu, hier und da, für einen kleinen Moment dürfen wir zulassen, dass wir frei sind, dass wir fliegen.

Ich finde diese Gedanken wieder in den berühmten Regeln der Gelassenheit, die Papst Johannes XXIII zugeschrieben werden. 
  1. Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben – ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen

  2. Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern... nur mich selbst.

  3. Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin ... nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

  4. Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

  5. Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele

  6. Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen – und ich werde es niemandem erzählen.

  7. Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

  8. Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

  9. Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist. Und ich werde an die Güte glauben.

  10. Nur für heute werde ich fest daran glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.
Nimm dir nicht zu viel vor. Es genügt die friedliche, ruhige Suche nach dem Guten an jedem Tag zu jeder Stunde, und ohne Übertreibung und mit Geduld.

Ich finde diese Gelassenheit großartig: ich muss ja nicht ein für allemal entscheiden, ob ich eher Maria oder Marta bin, ich muss ja nicht für alle Zeit in der Rolle festgelegt bleiben. Es darf Zeiten für jedes davon geben - für das Zuhören und auftanken, und für das Tätig sein und Arbeiten.

Das zu wissen, verleiht mir Flüüüüügel - und dafür brauche ich keinen Energie-Drink!

Seid gesegnet an diesem Samstag, ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel

Monika


 

Samstag, 26. August 2023

Beschwingt

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost teile ich mit euch die Gedanken, die ich eigentlich heute Morgen in der Morgenandacht am Strand weitergeben wollte. Das Wetter war aber... naja - vermutlich hätten wir die Andacht feiern können, aber ich war feige und wollte nicht riskieren, dass wir nass werden. 

Also, falls Ihr nächste Woche zur Morgenandacht kommen wollt, lest jetzt nicht weiter, denn diese Gedanken werde ich natürlich dann nächste Woche weitergeben.

Samstag, 29. Juli 2023

Die Weisheit von Meister Yoda

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost teile ich ein paar Gedanken aus unserer heutigen Morgenandacht.
Was das mit Meister Yoda zu tun hat, findet ihr gleich selbst heraus!
Heute morgen gibt sich Meister Yoda
am Strand von Wyk die Ehre!
Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann. Man wird nicht sagen: Schaut, hier ist es! Oder: Da ist es!
Denn seht her: das Reich Gottes ist mitten in euch. Lukas 17, 20-21
Ja, wo ist Gott und wo ist Gottes Reich?
Das sind die Fragen, die uns beschäftigen, ich denke, solange, wie es Menschen gibt.
Gibt es Gott und wo kann ich ihn oder sie oder es sehen?
Wie ist Gottes Reich, wo und wann wird es kommen – oder ist es schon da, irgendwo?

Eins ist klar: in Wyk am Strand, wo der Himmel weit ist, da ist es, als ob Himmel und Erde sich berühren. An Gott zu glauben ist leicht, am Strand am Morgen, wo wir den Wind spüren und die Wellen hören, wo die Sonne scheint und Licht und Weite uns umgibt.

Aber da muss ja noch mehr sein als ein schönes Naturerlebnis.

Jesus antwortet auf diese Fragen, die ihm von den Pharisäern, also den Theologen seiner Zeit gestellt werden, mit einem einfachen Satz. Wenn ich ihn wörtlich übersetze, klingt er wie ein Weisheitsspruch von Yoda, dem kleinen Weisen aus Star wars:
Reich Gottes innen euch ist.
Dass das so merkwürdig klingt, liegt an der hebräischen Grammatik, nach der man die Wörter eines Satzes einfach aneinanderreiht - ohne die Bezüge, die wir im Deutschen kennen. Das Reich Gottes ist innen in euch.
Dass innen etwas wächst, das kennen Eltern, wenn sie ein Kind bekommen. Innen, geborgen im Leib der Mutter, wächst das Menschlein, bis es Zeit für das Neue ist, bis die Geburt kommt. Auch, wenn das Kind Merkmale von Vater und Mutter und auch von den Großeltern trägt, ist dieses Kind doch etwas durch und durch Eigenständiges. Innen gewachsen, nach außen gedrungen, entwickelt es sich – in jede nur mögliche Richtung. Alles, was wir dazu tun können, ist, ihm das Leben so schön und hilfreich wie möglich zu machen.

Das Reich Gottes ist innen, in euch.

Ist es nicht das, was uns die Psychologen vorwerfen: dass wir eine Projektion unseres Selbst, ein idealisiertes Selbst-Bild, zum Gott erheben?

Oft passiert das: wir lesen in der Bibel, wir hören von Erfahrungen und Erlebnissen, die andere Menschen mit Gott gemacht haben – und wir bilden uns ein Bild davon: so und so muss Gott sein, und so muss er auch in mir zu finden sein. Ein Gott, der ganz aus Liebe besteht. Oder ein gerechter, aber strafender Gott. Oder ein großzügiger Gott, der alle Religionen mit seiner Liebe umfasst. Oder ein eindeutiger Gott, der auf Entscheidung und Klarheit bedacht ist.

Ob das alles richtig ist – wer weiß das schon genau? Und welche Facette nun die wichtigste, die entscheidendste ist - dafür gibt es sehr individuelle Gewichtungen.

Das, was wir wissen, hat Jesus uns gesagt: Reich Gottes innen euch ist.

Gott wartet, wo wir ihn am wenigsten vermuten, innen in uns oder innen für uns oder innen bei uns. Dort lässt er sich finden, obwohl er dort eigentlich gar nicht hineinpasst, weil er unendlich viel größer ist als wir selbst.

Das klingt wie eine Weisheit von Meister Yoda, ist aber unendlich viel mehr als der gute Rat einer Märchenfigur, nämlich die Einladung, sich selbst auf die Suche zu machen nach Gott und seinem Reich.

Und ihr? Wo und wie findet ihr Gott?
Seid gesegnet!
Monika


Samstag, 15. Juli 2023

Wo lässt sich Gott finden?

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich mit euch mal wieder einen Literaturfund teilen.
Und zwar stammt der aus dem Liederbuch, das wir immer in der Morgenandacht am Strand benutzen - es heißt Lieder zwischen Himmel und Erde.

Alles ist fertig für die Morgenandacht
am Strand von Wyk

Im vorderen Teil gibt es einen kleinen Andachtsteil, unter anderem mit Psalmen in moderner Übertragung. Einen von diesen Psalmen möchte ich mit euch teilen:

Ich suche Gott auf den Bergen - wird er mir dort entgegenkommen?
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt von ihm, der nicht nur auf den Bergen wohnt.
Mein Gott hat alle Himmel und Welten geschaffen,
und wenn ich ihn bitte, so ist er da und hilft.

Ich suche Gott in der Natur - wird er mir dort begegnen?
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt von ihm, der sich nicht nur um den Himmel sorgt.
Mein Gott sieht auch meine Schritte hier auf Erden,
und wenn ich falle, so richtet er mich wieder auf.

Ich suche Gott im Traum - wird er sich dort mir zeigen?
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt von ihm, der nicht schläft oder müde wird.
Mein Gott behütet mich Tag und Nacht,
und wenn ich zum Leben keine Kraft mehr habe, 
so spricht er mir neuen Mut zu.

Ich suche Gott im Himmel und auf Erden - wo werde ich ihn finden?
Wer kann mir meinen Weg zeigen?
Meine Hilfe kommt von Gott, den ich bitte, der mich tröstet,
der mein Leben behütet, der mich leitet und begleitet.
Übertragung von Uwe Seidel, nach Psalm 121

Das Bild ist nicht aktuell - es stehen viiiieel mehr
Strandkörbe auf dem Strand - aber der Blick ist
dennoch spektakulär! So viel Weite und Himmel
hat man in den Städten nicht!
Wir haben diesen Psalm neulich in einer der Morgenandachten am Strand gemeinsam gelesen. Das war so ein Gänsehaut-Moment für mich. Ich habe immer die Fragen gelesen: woher kommt mir Hilfe? Wo lässt sich Gott finden. Die Antworten wurden mir dann von allen Anwesenden zugesprochen, so fühlte sich das für mich an. 
Die Morgenandacht ist ja am Strand von Wyk, mit dem weiten Blick auf das Meer und die Halligen - man muss ja nicht zu der hässlichen Baustelle für die neue Mittelbrücke gucken... Dort, an diesem Ort, wo Himmel und Erde sich berühren, da kommt die Seele zur Ruhe, da tanke ich Schönheit und Ruhe für die folgende Woche, da begegnet mir Gott!

Und ihr so? Wo sucht ihr Gott?
Und wo lässt er sich von euch finden?

Seid gesegnet
Monika


Samstag, 8. Juli 2023

Eine Schildkröte in der Kirche???

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich einen Fund mit euch teilen: habt ihr gewusst, dass es in der St. Nicolai-Kirche in Wyk eine Abbildung einer Schildkröte gibt?
Hier ist der Beweis: der Engel hält eine
Schildkröte fest!

Trotz intensiver Google-Suche habe ich kaum etwas über die allegorische Bedeutung von Schildkröten in Kirchen gefunden - ich habe auch nur noch eine weitere Kirche gefunden, in der es eine Schildkröten - Abbildung gibt, nämlich die Saite Chapelle in Paris. Dort wandern zwei Schildkröten ganz gemächlich in die Arche.

Mich hat das Thema irgendwie gar nicht mehr losgelassen - also habe ich diese Woche eine Andacht über die Schildkröte gehalten. Diese Andacht möchte ich gern - in Auszügen - mit euch teilen:

Was mag die Schildkröte symbolisieren?

Sie ist ein langsames, gemächliches Lebewesen. Macht dieses Tier überhaupt irgendetwas? könnte ich mich fragen. 
Vielleicht ist es genau diese Langsamkeit, diese Ruhe, diese Kunst des Nichtstuns, die die Schildkröte für uns zum Vorbild machen kann.
An ihrem Panzer prallt alles ab, was schädlich für sie sein kann.
Eine Schildkröte bewegt sich langsam, aber zielsicher vorwärts.

Neben der Langsamkeit zeigt mir die Schildkröte aber auch eine gelassene Einstellung zum Leben. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass eine Schildkröte sich ärgert oder aufregt. Das passt irgendwie nicht zu dem, was ich über das Leben der Schildkröten weiß.

Schildkröten werden sehr alt. Die älteste Schildkröte ist vermutlich fast 200 Jahre alt und lebt auf den Galapagos-Inseln. So ganz genau weiß man das aber natürlich nicht. Damit bringen Schildkröten eine ganze Menge Lebenserfahrung mit. Auch andere Schildkröten-Arten werden sehr alt. Auch die Arten, die man bei uns als Haustiere hält, haben eine lange Lebenserwartung von durchschnittlich 40 Jahren. Darüber muss man sich klar sein, bevor man sich eine Schildkröte als Haustier anschafft.

Schildkröten gibt es schon sehr lange, man vermutet, dass sie schon vor den Dinosauriern auf der Erde heimisch waren. Damit haben die Schildkröten in der Evolution etwas richtig gemacht: sie konnten sich an die vielen Veränderungen in unserer Welt anpassen, so dass sie heute über die ganze Welt verteilt leben, manchmal im Wasser, manchmal an Land, manchmal in beiden Lebensräumen. Selbst in der Wüste gibt es Schildkröten, die sich gegen die Sonne schützen, indem sie sich eingraben.

Ich möchte von den Schildkröten einiges lernen:

ihre Ruhe und Gelassenheit, die Langsamkeit, aber auch die Anpassungsfähigkeit, ihre Beständigkeit.

Man sagt den Schildkröten nach, dass sie friedfertig sind – die meisten Arten schützen sich halt eher durch einen starken Panzer als durch Angriffslust vor Fressfeinden. Wenn Gefahr droht, dann zieht sich die Schildkröte in ihren Panzer zurück, einige Arten können sogar den Panzer so verschließen, dass man von Kopf und Beinen gar nichts mehr sieht. So eingezogen, warten sie, bis die Gefahr vorüber ist.

Das ist vielleicht nicht für alle Stress-Situationen eine gute Strategie, aber auf jeden Fall ist es eine Möglichkeit, um aus aggressiven Situationen etwas an Sprengkraft herauszunehmen. Mit Ruhe und Gelassenheit lassen sich in der Regel leichter Probleme lösen, als wenn man aufgeregt und voller Aggression drauflos stürmt.

Eine Schildkröte kommt zwar langsam voran, aber sie kommt an.

Auf ihren Wanderungen zwischen den Kontinenten legt sie bis zu 2000 Kilometern Strecke zurück. Damit zeigt sie eine erstaunliche Ausdauer und Beharrlichkeit: langsam aber stetig geht es vorwärts, bis sie ihr Ziel erreicht.

Alles zusammengefasst stellt die Schildkröte so etwas wie einen Gegenentwurf zu unserer modernen Gesellschaft dar:
Nicht Schnelligkeit und Durchsetzungsvermögen machen sie aus, sondern Ruhe und Gelassenheit, ja sogar Langsamkeit. Damit stehen sie in totalem Gegensatz zu unserer modernen Welt, in der es immer schnell, schnell gehen muss. Schildkröten zeigen uns, wie ein Leben in echter Entschleunigung sein könnte.

Diese Genügsamkeit und Gelassenheit der Schildkröte finde ich wieder im 37. Psalm:
Befiehl dem Herrn deine Wege
und hoffe auf ihn, er wird´s wohl machen
und wird deine Gerechtigkeit heraufführen wie das Licht
und dein Recht wie den Mittag.
Sei stille dem Herrn und warte auf ihn.
Entrüste dich nicht, damit du nicht Unrecht tust.
Bleibe fromm und halte dich recht;
denn einem solchen wird es zuletzt gut gehen.
Der Herr hilft den Gerechten,
er ist ihre Stärke in der Not.

Ich grüße euch ganz herzlich und wünsche Gottes Segen!

Monika

 

Samstag, 8. April 2023

Gartengedanken

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost teile ich mit euch ein paar Gedanken, die mir bei der Vorbereitung auf die Osternacht gekommen sind - aber irgendwie keinen richtigen Platz mehr in diesem Gottesdienst gefunden haben.

Ich werde den Osternacht-Gottesdienst zum Thema "Gärten" gestalten. Wusstet ihr, dass sich das Bild des gut bewässerten und gepflegten Garten wie ein roter Faden durch die gesamte Heilsgeschichte zieht?
Mir wurde das erst bei der Vorbereitung auf diesen Gottesdienst bewusst.
Der Bogen spannt sich vom paradiesischen Garten Eden über den Vergleich von Israel als Weinberg bis hin zum Garten Gethsemane und dem Garten, in dem Jesus zu Grabe gelegt wurde. 
Es gibt in der Offenbarung noch ein abschließendes Gartenbild, das die paradiesische Vorstellung wieder aufgreift und uns ein neues Jerusalem verheißt, in dem die Bäume des Lebens wachsen und Gott unter den Menschen spazieren gehen wird - ganz wie am Anfang also.
Ein Sommerbild...
Was ich heute mit euch teilen möchte, ist eine Geschichte, die ich irgendwo im Internet gefunden habe - ohne Quellenangabe, leider. Diese Geschichte erzählt uns davon, wie unterschiedlich derselbe Garten empfunden werden kann:


Die zwei Gärten – von Renate Schubert

Ein Mann kam in ein Dorf, in dem, wie überall erzählt wurde, wunderschöne Gärten waren, große und kleine, vornehme und einfache.

Der Mann, der mit seinem eigenen Garten nicht mehr zufrieden war, wollte sich in diesen Gärten einmal umsehen. Vielleicht, so dachte er, kann ich dieses und jenes dann in meinem Garten verändern.

Am Eingang des Dorfes saß ein sehr alter Mann, der verständig und weise aussah. Ihn fragte er, wie er es anstellen müsse, einen der Gärten zu sehen, um derentwillen das Dorf so berühmt sei. Der alte Mann winkte einen seiner Söhne herbei und dieser führte ihn durch eine kleine Pforte in einen großen Garten.

„Die Gartenpforte muss erneuert werden“, sagte der Sohn, als sie den Garten betraten, und zeigte auf einige unschöne, schadhafte Stellen, „Und die Wege sind reichlich ausgetreten und müssten eingeebnet werden.“
Vor einem Rosenstrauch blieb er nachdenklich stehen: „Seht Ihr die Blattläuse? Er wird kaum überleben. Und das Gewächs dort hinten an der Mauer, es wird wohl auch eingehen. Die Wurzeln sind befallen und nehmen das Wasser nicht mehr auf. Wir können gießen, so viel wir wollen, es hilft nicht mehr.“
Der Sohn zeigte ihm noch manches, was nicht in Ordnung war. Es schien ein kranker Garten zu sein, und der Mann überlegte, warum man ihn gerade in diesen Garten geführt hatte. Enttäuscht berichtete er dem Alten vom schlechten Zustand des Gartens und fragte ihn, ob er nicht einen anderen sehen könnte.

Der weise Alte winkte einen anderen seiner Söhne herbei.

Dieser führte den Mann in einen Garten, der ihm wohl gefiel.
"Seht hier, diese Kletterrose", sagte der Sohn und zeigte auf den Bogen über der Gartenpforte. "Sie blüht das ganze Jahr. Es gibt keine andere Kletterrose im ganzen Dorf, die so viele Blüten treibt.
Und dort, der Mandarinenbaum. Er trägt die süßesten Früchte." Er gab dem Mann eine reife Frucht von köstlichem Aroma, die ihm wohl schmeckte.
"Dieses Beet haben wir neu angelegt. Vor einigen Tagen haben wir die Samen in die Erde getan. Es werden Blumen wachsen, große, weiße, mit starkem Duft, ähnlich wie die blauen dort an der Mauer. Die ersten Sprossen kommen schon. Seht Ihr sie?
Und dort ist unser Brunnen. Schaut nur, wie tief er ist. Noch nie hat es uns an Wasser gefehlt."
So führte dieser Sohn den Mann durch den Garten und zeigte ihm all seine Schönheiten. Begeistert berichtete der Mann dem Alten von allem, was er in diesem Garten gesehen hatte, und bedankte sich.

Der Weise lächelte nur und fragte: "Habt Ihr nicht gemerkt, dass Ihr in ein und demselben Garten gewesen seid?"
Diese Geschichte ein zu schöner Internet-Fund, als dass ich ihn achtlos beiseite legen könnte, nur weil er nicht mehr in den Ablauf des Gottesdienstes passt.
Gerade jetzt erwachen ja alle Gärten so langsam nach und nach. Immer mehr Blumen öffnen ihre Kelche und immer neues (Un-)kraut sprosst aus Samen, die seit dem letzten Herbst im Boden liegen. Quasi können wir ja den Pflanzen beim Wachstum zugucken! Aber die Geschichte zielt ja eigentlich nicht auf Gartenarbeit, sondern ist eine Analogie für die Wahrnehmung unseres Lebens. Wenn mein Leben ein Garten wäre - was sehe ich zuerst? Das, was zu bearbeiten ist, oder eher das, was schön ist und duftet oder schmeckt?

Ja, ich finde natürlich vieles in meinem Lebensgarten, was nicht schön ist:
Schwierigkeiten, unangenehme Erlebnisse, Krankheiten, Abschiede. All das gehört zum Leben einfach dazu.

Aber es gibt auch die andere Seite, das, was schön ist im Leben:
Freude, Feste, gute Erlebnisse, fruchtbare Begegnungen.

Entscheidend ist nicht der Garten – er ist in beiden Fällen derselbe. Entscheidend ist, mit welchen Augen ich meinen Garten betrachte.

Ich könnte das Leben betrachten als eine Reihe von Plagen und Schwierigkeiten, die ich durchstehen muss– oder ich könnte in meinem Leben die positiven Dinge wahrnehmen, dann ist es erfüllt von Freude, Zuversicht, Hoffnung und Liebe.

Für den einen ist die Rose eine Pflanze, an deren Dornen ich mich verletzen kann – für den anderen ist die Rose der Inbegriff der Schönheit und Liebe!

Und ihr so? Wie auch immer euer Lebensgarten heute aussieht - dies ist der Tag vor Ostern, die Nacht und die Dunkelheit wird vergehen, an Ostern feiern wir das Leben, feiern wir den Auferstandenen!
Seid gesegnet!
Monika





Samstag, 25. Februar 2023

Es gibt schon wieder Gänseblümchen!

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost teile ich einen kleinen Fund mit euch: die ersten Gänseblümchen, die ich in diesem Jahr gefunden habe:
Sie blühen ganz bescheiden im Schutz eines
kleinen Friesenwalls unter einem Baum - und das
im Februar!
Ich habe mich sehr gefreut, diese kleinen strahlenden Boten des Frühlings zu sehen - das ist für mich irgendwie noch mehr Frühling als die ersten Krokusse oder die ersten Schneeglöckchen.

Irgendwie mag ich Gänseblümchen. Sie sind bescheiden, aber beharrlich. Ein Gärtner würde sie aus seinem Rasen verbannen, in komplett kultivierter Umgebung sind sie nicht erwünscht. Aber dennoch blühen sie unermüdlich, dieses Jahr sogar schon im Februar. Sie sind schwer zu vertreiben - denn Gänseblümchen kommen unermüdlich immer wieder.

Sie erinnern mich an schöne Kindheitstage. Gänseblümchen waren die ersten Blumen, die ich für meine Mutter gepflückt habe, meist ganz knapp unter Blüte abgerupft und voll Freude und Erwartung an meine Mutter weitergereicht. Genau so haben es auch unsere Töchter getan: mit feucht-schwitziger Kinderhand, voller Eifer, bekam ich die schönsten Gänseblümchensträußchen, meist komplett ohne Stiel. Sowohl meine Mutter, als auch ich haben diese Kindergaben dann liebevoll in eine Glasschüssel mit Wasser getan, sie durften darin schwimmen und uns noch einige Tage zu Hause erfreuen.

Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde. So steht es in Psalm 103, 15.
Eigentlich ist dieser Satz eher deprimierend - man könnte ein "nur" ergänzen: Der Mensch ist nur wie Gras. Aber das steht da ja nicht. Ja, vergänglich wie Gras oder eben wie ein Gänseblümchen, das ist das menschliche Leben. Aber dennoch: während seiner Lebenszeit - während meiner Lebenszeit, darf ich blühen und andere Menschen dürfen sich erfreuen.
Ach, schön, dass die Gänseblümchen wieder da sind!

Seid gegrüßt an diesem Samstag morgen, oder wann immer ihr diese Flaschenpost lest.
Gott segne euch
Monika



Samstag, 11. Februar 2023

Gipfelerlebnisse

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich mit euch Gedanken aus meiner letzten Predigt teilen - da ging es um Gipfelerlebnisse.

Jaja, auf der Insel Föhr gibt es keine Gipfel, also auch eigentlich keine Gipfelerlebnisse. Aber dennoch erleben auch wir hier auf der Insel Momente der absoluten Klarheit und Weite - als stünde ich auf einem Berggipfel und die Welt breitet sich in aller Klarheit vor mir aus. Solche Momente habe ich in Urlauben schon erlebt, auf "echten" Berggipfeln - das Empfinden dieser Übersicht und Weite ist atemberaubend. Es ist, als ob sich in dem einen Augenblick, in dem ich das Gipfelkreuz erreicht habe, alle Unklarheit bereinigt und alles Unsichere sicher wird. Ich kann es kaum beschreiben, dieses Gefühl! 

Hier auf Föhr gibt es für mich ähnliche Orte, an denen sich mir der Blick weitet und alles Unmögliche möglich wird. Einer dieser Orte ist in Wyk, im Nordseekurpark. Dort gibt es ein Tor, das führt aus einer Waldumgebung heraus, direkt ans Meer. Auf einmal steht man mitten in einer Postkarte! Die Füße stehen auf weitem Raum, und alles, was vorher wichtig war, verliert sein Gewicht und seine Schwere. Das ist ein Gipfelerlebnis - auch ohne Berggipfel.

Jesus ging mit Petrus und Johannes und Jakobus auf einen Berg - oben auf dem Gipfel ereignete sich Atemberaubendes: Jesus verwandelte sich vor den Augen seiner Jünger - er wurde "verklärt", wie es heißt. Ich habe keine Ahnung, was da genau geschehen ist. Meine wissenschaftliche Seele verlangt nach einer vernünftigen nachvollziehbaren Erklärung - aber es gibt sie nicht und wird sie vermutlich auch nie geben. Es ist irgendetwas dort auf dem Gipfel geschehen, das so eindrücklich und wunderbar war, dass Petrus sofort und auf der Stelle beschlossen hat: Hier ist gut sein, lasst uns hier Hütten bauen.
Er wollte diesen besonderen Moment festhalten. Das allerdings geht nicht. Wir können nicht ewig auf den Gipfeln ausharren, wir müssen immer wieder ins Tal zurück, in den schnöden Alltag. Aber nach diesem Erlebnis war die Welt für Petrus nicht mehr dieselbe. Noch viel später wird er in seinem 2. Brief darauf bestehen, dass er Augenzeuge dieses besonderen Ereignisses war: Wir haben seine Herrlichkeit mit eigenen Augen gesehen (2. Petrus 1, 16). Ein Gipfelerlebnis wie dieses verändert vielleicht nicht die Welt, aber durchaus die eigene Sicht auf diese Welt. Man wird danach nicht mehr weitermachen, wie bisher.

Solche Gipfelerlebnisse haben wir Menschen immer wieder: vielleicht in "echt" auf einem Berggipfel oder mit der weiten Sicht am Meer, häufiger aber in übertragenem Sinn: eine besondere Erkenntnis, ein Schlüsselerlebnis, vielleicht das Versenken in Musik oder Kunst oder im kreativen Prozess des künstlerisch Gestaltens. Ihr werdet sicher solche Erlebnisse in eurem Leben finden, wenn ihr ein wenig danach sucht. Diese Gipfelerlebnisse sind wichtig - sie machen das Besondere in unserem Leben aus, sie verändern den Alltag, sie bringen einen hellen Schein in unser ansonsten gleichförmig dahinplätscherndes Leben.

An welchen Orten und zu welchen Zeiten habt ihr etwas Vergleichbares erlebt?
Ich würde mich freuen, wenn ihr das in den Kommentaren miteinander teilt!
Seid gegrüßt von der schönsten Insel der Welt - ohne Gipfel, dafür aber mit unglaublich viel Weite drum herum!
Monika
Den gesamten Gottesdienstablauf mit allem Lieder und Bibeltexten und der kompletten Predigt findet ihr hier.

Samstag, 27. August 2022

Lebst du noch - oder fliegst du schon?

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost teile ich mit euch meine Gedanken aus der letzten Morgenandacht. Darin ging es um die Möwe Jonathan - eine alte Geschichte aus dem Jahr 1970, geschrieben von Richard Bach.

Die Möwe Jonathan ist anders als die anderen Möwen. Im Gegensatz zu seinen Artgenossen verstand er das Fliegen als eine Leidenschaft, als eine Kunst, in der er sich immer weiter vervollkommnen wollte. Für die anderen Möwen bedeutete fliegen zu können, dass sie in der Lage waren, Futter zu erbeuten. Jonathan aber wollte alle Feinheiten des Fliegens entdecken, und herausfinden, wie er noch besser und noch eleganter fliegen konnte.

Seiner Mutter antwortete er auf deren Frage, warum um alles in der Welt er nicht sein könne, wie alle anderen auch, folgendes: „Ich will nicht einfach nur Knochen und Federn sein, Mama. Ich will wissen, was ich in der Luft machen kann und was nicht. Das ist alles.“

Trotz aller Widerstände hält Jonathan daran fest, dass seine Flügel mehr sind als Werkzeuge zum Überleben. Und sein Leben lang bleibt er auf der Suche nach dem perfekten Flug, nach noch ein wenig besserer Haltung in der Luft, nach noch mehr Koordination in seinen Muskeln.

„Er bemerkte, dass er eine Feder an der Flügelspitze nur einen Millimeter bewegen musste, um einen weiten Bogen in unglaublicher Geschwindigkeit zu ziehen.“

Und so wurde Jonathan die erste Möwe, die Kunststücke in der Luft vollführte.

Fliegen, um zu leben – oder leben, um zu fliegen.

Der Unterschied wird uns in der Geschichte von Jonathan, der flugbesessenen Möwe sehr deutlich.

Jonathan ist begeistert vom Fliegen. Er fliegt weiter draußen als alle anderen Möwen, er übt Sturzflüge, um Geschwindigkeitsrekorde zu brechen und fliegt enge Kurven.

Jonathan lebt, um zu entdecken – um zu fliegen, um zu lernen, um zu forschen, um frei zu sein.

Den anderen Möwen reichen ihre mittelmäßigen Flugfähigkeiten zur Futtersuche. Sie fliegen, um zu leben. Jonathan mit seinen Ideen stößt auf Unverständnis und wird vom Schwarm verbannt.

Aber er gibt trotz der Ausgrenzung nicht auf – für ihn ist und bleibt das Fliegen das Leben – nicht das Fressen.

Fliegen, um zu leben – oder leben, um zu fliegen.

Ein winziger Unterschied - einfach nur die Umstellung der Worte. Aber ein riesengroßer Unterschied im Leben!

Wer fliegt, um zu leben, der sieht nicht weiter als bis zum nächsten Heringsschwarm, der ihn mit Nahrung versorgt. Wer aber lebt, um zu fliegen, der hat ein Ziel vor Augen, der bleibt neugierig auf das Leben, der wird nicht müde, immer und immer wieder zu üben, bis der Flug elegant und vollkommen ist. Und wenn er vom Schwarm verbannt wird, sucht er sich eine neue Umgebung, in der er fliegen kann, denn das ist sein Leben.

Natürlich stellt sich die Frage an mich:

Lebe ich, um zu fliegen?

Also: ist mein Leben erfüllt von Erlebnissen, aus denen ich Kraft und Hoffnung schöpfe, mache ich gerne, was ich tue, sehe ich einen Sinn darin, täglich zur Arbeit zu gehen und meine Zeit und meine Kraft einzusetzen.

Oder fliege ich, um zu leben:

Also: gehe ich zur Arbeit, obwohl sie mir nichts zurückgibt als nur mein materielles Auskommen (das ist natürlich auch wichtig, aber es wäre schön, wenn das nicht alles ist…). Ertrage ich meine Tage als Last, lasse ich über mich ergehen, was geschieht? Gibt es in meinem Leben etwas, für das zu leben und sich einzusetzen sich lohnt?

Die Möwe Jonathan macht uns vor, dass es vor allem darum geht, die eigene Bestimmung im Leben zu finden. Und auch, wenn es gegen jede Konvention sein sollte – wir müssen nicht verleugnen, wer wir sind und wie wir sind, und was wir sind. Eine Möwe fliegt. Eine Möwe an Land hüpft mühsam umher, unter Wasser kann sie nicht schwimmen, lediglich kurz eintauchen, um einen Fisch zu schnappen. Aber in ihrem eigenen Element, in der Luft – da macht der Möwe keiner was vor – da ist sie zu Hause, da wird sie zum wendigen Kunstflieger.

Sicher kennt ihr den 139. Psalm - es ist einer der schönsten und poetischsten Psalmen, die ich kenne. Auch darin ist von Flügeln die Rede: von den Flügeln der Morgenröte, die mich ans äußerste Meer tragen können. Aber es wäre egal, wohin ich auch flöge: Gott ist schon da. Er trägt mich, seine Hand führt mich am äußersten Meer, oder auch mitten in der Nacht. Ja, mehr noch: Gott kennt mich durch und durch, er weiß, wie ich denke, warum ich handle, wie ich es tue, er weiß, ob ich lebe, um zu fliegen – oder fliege, um zu leben. Er weiß das, denn er hat mich schon gesehen, bevor ich geboren war. Dieses Wissen gibt mir Sicherheit einerseits und macht mich andererseits frei, so wie die Möwe Jonathan meiner Bestimmung zu folgen. Der Psalm endet mit den Worten: Erforsche mich, Gott, und erfahre mein Herz; prüfe mich, und erfahre, wie ich‘s meine. Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.

Für mich schließt sich hier der Kreis: von Gott getragen und bestärkt, darf ich leben, um zu fliegen. Ich bringe als Schluss noch einen Satz von Martin Luther:

Der Heilige Geist macht den Menschen keck, fröhlich, mutig,
ja beflügelt ihn zu einer heiteren Dreistigkeit,
nahezu im Schwung des Übermutes das Leben anzupacken und zu gewinnen.

Mögen uns allen hin und wieder mal Flügel wachsen.

Das wünscht euch

Monika


Samstag, 13. August 2022

Da berühren sich Himmel und Erde...

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich meine Gedanken aus der letzten Morgenandacht mit euch teilen:

Habt ihr schon einmal ein Kind beobachten dürfen, das ganz vertieft ist in das, was es gerade tut?
Da wird ein Baustein vorsichtig auf den anderen gesetzt,
ein paar Ameisen am Wegrand sind spannender als alle Bonbons, die die Mama in der Tasche hat,
oder ein weißes Blatt Papier wird mit Hingabe und viel Farbe in eine braun-bunte Kleckserei verwandelt.

In solchen Momenten scheint nichts, aber auch gar nichts, das Kind aus seiner Konzentration ablenken zu können. Die Gegenwart, der jetzige Augenblick ist das einzige, was zählt.

Diese intensiven Momente lassen Augenblick und Ewigkeit miteinander verschmelzen, weil Zeit keine Rolle spielt, und weil Zeit auch überhaupt nicht einmal mehr wahrgenommen wird.

Ein schöner Zustand, oder?

Paulus sagt:

Jetzt ist die Zeit der Gnade, jetzt ist der Tag des Heils. (2. Kor. 6, 2 b)

Es fällt das Wort „Jetzt“ auf.

Jetzt ist es - Gnade und Heil finden jetzt statt.

Dieser Satz erinnert ein wenig an das tief versunkene Tun des Kindes – es verschmelzen Augenblick und Ewigkeit. Es bestimmt nicht die Rastlosigkeit der Welt und das Streben nach Gewinnmaximierung mein Wesen, sondern ich darf mich einlassen auf einen anderen Rhythmus, auf den Rhythmus des Glaubens und der Achtsamkeit. Das ist eine ganz neue, ganz eigene Weltsicht, evtl. resultiert daraus auch ein anderer Lebensstil.

Augenblicke bekommen eine neue Qualität.

In jedem bewusst erlebten Augenblick liegt die Fülle der Gegenwart Gottes. Der Alltag wird geheiligt, weil Gott da ist, und das Herz kann sich berühren lassen von dem, was es gerade erlebt.

Der Urlaub, auch die kleine Morgenandacht am Strand, oder ein Spaziergang am Meer oder im Wald ohne Ziel und ohne Zeitdruck – das alles kann eine Zeit des Innehaltens sein. In diesen bewusst erlebten Augenblicken kann ich für eine gewisse kurze Zeit der Hektik unserer Welt entfliehen, die sich immer schneller zu drehen scheint.

Ich darf in solchen Momenten des Innehaltens Stille erleben und den Blick, auch meinen inneren Blick!, über den Horizont gleiten lassen. Im Jetzt öffnet sich ein Augenblick der Ewigkeit und ich kann den Frieden und die Versunkenheit des Kindes erspüren, das komplett in seinem Tun aufgeht.

Ich wünsche uns allen, dass sich für uns öfter mal Zeit und Ewigkeit verbinden!
Seid herzlich gegrüßt
Monika

  

Samstag, 30. Juli 2022

Kennst du den Tempel der tausend Spiegel?

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich mit euch ein paar Gedanken über eine Geschichte teilen, von der ich leider nicht mehr weiß, wer sie geschrieben hat.

Eine Spiegelgeschichte

Es gab einst einen Tempel mit tausend Spiegeln. Er lag hoch oben auf einem Berg, und sein Anblick war gewaltig. Eines Tages kam ein Hund in diesen Tempel. Als er in den Saal der tausend Spiegel kam, sah er tausend Hunde. Er bekam Angst, sträubte das Nackenfell, klemmte den Schwanz zwischen die Beine, knurrte furchtbar und fletschte die Zähne. Und tausend Hunde sträubten das Nackenfell, klemmten die Schwänze zwischen die Beine, knurrten furchtbar und fletschten die Zähne. Voller Panik rannte der Hund davon und glaubte von nun an, dass die ganze Welt aus knurrenden, gefährlichen und bedrohlichen Hunden bestehe.
Eigentlich ist Molly ein ganz
lieber Chihuahua, aber hier
guckt sie schon ziemlich
grimmig, oder? Als wollte
sie gleich beißen...
Einige Zeit später kam ein anderer Hund.

Samstag, 23. Juli 2022

Leicht, schillernd, bunt - bezaubernd!

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost lasse ich die Seifenblasen fliegen, die wir vor einigen Wochen selbst hergestellt haben.

Also: mischt euch Seifenblasen-Flüssigkeit oder kauft euch ein Pustefix o.ä. im Drogeriemarkt - und folgt meinen Gedanken:

Gelobt sei der Herr, denn er hat erhört
die Stimme meines Flehens.
Der Herr ist meine Stärke und mein Schild;
auf ihn traut mein Herz und mir ist geholfen.
Nun ist mein Herz fröhlich,
und ich will ihm danken mit meinem Lied.

Seifenblasen…

Samstag, 16. Juli 2022

Was haben ein Baumwollfaden, Mose - und vielleicht auch ich oder du gemeinsam?

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich mit euch einige aus der letzten Mittwochs-Andacht in Wyk teilen:

Es war einmal...

...  ein kleiner Baumwollfaden, der war mit sich und der Welt unzufrieden. Er hatte Angst, dass es mit ihm einfach zu nichts reichts, so wie er war: "Für ein Schiffstau bin ich viel zu schwach", sagte er sich, "und für einen Pullover zu kurz - und um an andere anzuknüpfen, dazu habe ich zu viele Hemmungen. Für eine Stickerei eigne ich mich auch nicht, denn dazu bin ich zu blass und zu farblos. Ja, wenn ich aus Seide wäre, dann könnte ich eine Stola verzieren oder ein Kleid. Aber so? Es reicht einfach zu nichts. Was kann ich schon? Niemand braucht mich. Niemand mag mich. Und ich mag mich selbst am allerwenigsten." So sprach der kleine Baumwollfaden, und dann legte er sich traurige Musik auf und fühlte sich ganz niedergeschlagen in seinem Selbstmitleid.

Samstag, 9. Juli 2022

Zeit und Glück

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost mache ich mich mal wieder auf die Suche nach Glück.

Glück ist wie ein Schmetterling. Es braucht Entfaltung.
Wir können es jagen, aber es wird nicht bleiben.
Wir können es nähren, dann wird es sich zeigen.

Ich kann leider nicht genau sagen, wer diesen Satz geprägt hat - ich habe ihn ohne Autorenangabe auf mehreren Webseiten gefunden.

Weite und Freiheit - das ist Glück!

Elke Heidenreich schreibt über das Glück:

(Vorwort zum Buch: „Vom Glück der Langsamkeit“, Quint Buchholz, 2019)
Zeit und Glück, das hängt zusammen. Beide sind nicht greifbar, sind flüchtig, sie sind Widersacher: Will ich das Glück greifen, löst es sich auf, will ich die Zeit anhalten, hui, ist sie schon weitergeflogen. Wir können beidem nur mit Demut begegnen. Glück annehmen, Zeit ausfüllen oder aushalten, das Glück kämpft letztlich einen aussichtslosen Kampf gegen die Niederträchtigkeit der Zeit.
(…)

Samstag, 2. Juli 2022

Aufatmen, bitte

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich einmal tief Luft holen - ab und zu brauche ich das. Und zwar im wortwörtlichen als auch im übertragenen Sinn.
Tiiiiief einatmen - Ruhe finden!

Eine der wichtigsten Meditationsweisheiten ist:

Samstag, 25. Juni 2022

Glauben zum Anfassen?

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost mache ich mir Gedanken über das Be-Greifen.
Begreifen und Verstehen hängt oft zusammen.

Wenn ich etwas begreifen, anfassen kann, verstehe ich es besser und schneller.
Denn wenn man mir etwas nur sagt oder ich etwas nur sehe, dann kann ich es noch lange ich verstehen oder gar glauben. In der Grundschule hatte man mir gesagt, dass 2+2=4 ist. Verstanden habe ich das erst, als ich 2 Äpfel hatte und noch 2 dazu bekam. Ich konnte die Zahl sehen - und aufessen, verinnerlichen. Ich habe begriffen und verstanden, dass 4 Äpfel mehr als 2 Äpfel sind, denn nach dem 4. Apfel bekam ich Bauchschmerzen.

Ich möchte Euch etwas zeigen - ein kleines Video mit einem "Zaubertrick". Wenn das Video nicht angezeigt wird, kannst du hier klicken, um es auf YouTube zu sehen.

Samstag, 18. Juni 2022

Sagt, wer kann den Wind sehn?

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich mit euch ein paar Gedanken aus der ersten Morgenandacht dieser Saison teilen - es geht um den Wind, den wir hier auf Föhr ja quasi immer spüren und um uns haben.

Aber wie ist das bei euch zu Hause, ihr Lieben jenseits des Meeres? Wann habt ihr zuletzt mal den Wind bewusst wahrgenommen?
Er ist so facettenreich – der Wind.
Mal sacht und sanft, ein leises Säuseln.
Mal warm, mal kalt oder gar eisig.
Manchmal ist er so stark und tobend, dass man kaum noch gegen ihn anlaufen kann.
Dann zerzaust er die Haare und macht rote Wangen.
Wind kann zerstören.
Wind ist pure Energie.
Er kann aus allen Richtungen wehen, er weht, wo er will.
Manchmal kommt es uns so vor, als käme er aus allen Richtungen gleichzeitig. Aber manchmal weht er auch gar nicht, und es ist windstill.
Und dann fehlt er uns doch, der rauschende, warme, kalte, leise, laute, stürmische Wind.

Samstag, 11. Juni 2022

Nun steht in Laub und Blüte

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost nehme ich euch noch einmal mit in unseren schönen blühenden Garten, denn der ist gerade jetzt so richtig üppig und bunt!
Diese Clematis hat mir eine unserer
Töchter mal zum Muttertag geschenkt.
Nach einigen Micker-Jahren blüht sie in
diesem Jahr zum ersten Mal so richtig
schön!
Frühling oder Frühsommer auf Föhr ist bunt, üppig, voller Farben und Formen! 
Es ist, als ob die Natur nach dem langen und dunklen Winter alles an Farben nachholen möchte. Überall auf Föhr finden wir wieder Pfingstrosen, Stockrosen und „richtige“ Rosen in Hülle und Fülle, dazu Margeriten, Rittersporn und Lupinen. Zwischendurch schlängelt sich schon mal eine zierliche Akelei durch die üppigen Lupinenbüsche und blüht unermüdlich. Dazu kommen duftende Fliederbüsche und Rhododendron in allen Farben und Größen. Die Wiesen sind weiß von Gänseblümchen und gelb vom Löwenzahn – einfach nur schön! Nicht nur schön zum Ansehen, sondern auch schön zu Riechen!