Herzlich Willkommen auf meinem Blog

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Mittelbrücke auf Föhr

Montag, 30. Januar 2023

Was soll ich tun?

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich mich außer der Reihe mal melden. Ihr habt ja vielleicht gemerkt: in den letzten beiden Wochen habe ich nichts gepostet, keinen Flaschenpost veröffentlicht. Denn tatsächlich bin ich am Überlegen, ob ich die Wyker Flaschenpost einstellen soll.
Warum?
Das hat viele Gründe: zum einen bin ich mir überhaupt nicht mehr sicher, wer das überhaupt liest. Seid ihr eigentlich immer noch interessiert an meinen Gedanken und Ideen? Oder poste ich mittlerweile ins WWW ohne Adressaten oder Leser?
Und dann fällt es mir im Moment ziemlich schwer, Themen zu finden, von denen ich meine, dass sie euch auf dem Festland interessieren. Früher bin ich jeden Morgen am Meer entlanggelaufen, weil das quasi auf dem Weg zur Arbeit lag. Immer wieder neu habe ich Himmel und Weite wahrgenommen - den Bereich rund um den Sandwall habe ich wie meine Westentasche gekannt.
Jetzt muss ich mich extra aufmachen, um das Meer zu sehen. Ich wohne nur 5 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt - dennoch gehe ich lieber im Wald mit den Hunden spazieren, als am Meer. Meine Gedanken kreisen nicht mehr ständig um Urlauber und Urlaub, sondern sie betreffen die ganz normalen Alltagsfragen. Wenn ich in der Bibel lese, dann habe ich einen anderen Fokus. Meine Themen orientieren sich viel mehr am Kirchenjahr - aber interessiert das euch, die ihr ja als Föhr-Liebhaber den Strand und die Weite liebt? Ich fotografiere kaum noch - das kostet einfach zu viel Zeit.

Mit anderen Worten: wenn ich die Wyker Flaschenpost weiter betreiben will, dann müsste sich der Inhalt ändern: statt Bildern von Föhr würde es eher Besinnliches und Bedenkenswertes aus dem ganz normalen Leben geben.

Wie gesagt, ich bin etwas sehr verunsichert - lasst doch mal von euch hören, per Mail oder per Kommentar, wie es euch mit diesen Gedanken geht. Wer von euch liest denn regelmäßig oder ab und zu meine Flaschenpost?

Es grüßt von der schönsten Insel der Welt
Monika
(und auch hier bräuchte ich mal ein anderes Bild:
dieses Büro habe ich ja gar nicht mehr...)


Samstag, 14. Januar 2023

Die Kunst der kleinen Schritte

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich einen zufälligen (gibt es Zufälle...?) Literaturfund mit euch teilen.
Es ist ein Gebet von Antoine de Saint-Exupéry:

Ich bitte nicht um große Wunder, Herr,
sondern um Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
Mach mich fähig, im täglichen Vielerlei und Allerlei
die wichtigen und entscheidenden Dinge zu erkennen.
Bewahre mich vor dem naiven Glauben,
es müsste im Leben immer alles glatt gehen.
Schenke mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge und
Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind.
durch die wir wachsen und reifen können.
Schicke mir im rechten Augenblick jemanden,
der den Mut hat, mir die Wahrheit zu sagen.
Denn die Wahrheit muss man nicht selten von anderen gesagt bekommen.
Bewahre mich vor der ständigen Angst,
ich käme im Leben zu kurz.
Gib mir nicht alles, was ich mir wünsche,
sondern das, was ich wirklich brauche.

Ich schließe mich an! Die Kunst der kleinen Schritte will ich auch lernen. Was Antoine de Saint-Exupéry hier beschreibt und erbittet, spricht auch mir selbst aus dem Herzen.

Seid gesegnet, ihr Lieben jenseits des Meeres und auch ihr, hier auf der Insel
Monika

 

Samstag, 7. Januar 2023

Der letzte Weihnachtsengel

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost teile ich mit euch noch einmal ein paar Weihnachtsgedanken - obwohl, nein, weihnachtlich an diesen Gedanken ist nur der Engel:
Er hängt in unserem Tannenbaum im Wohnzimmer
und bläst tapfer auf seiner Posaune gegen den wieder
eingekehrten Alltagslärm an.
Während ich diese Zeilen schreibe, kann ich den kleinen Engel in unserem Tannenbaum noch bewundern. Wenn ihr diese Zeilen lest, ist er vermutlich schon in irgendeiner Kiste gelandet. Aber vielleicht kann ich ihn "retten". Vielleicht wird dieser kleine Goldpapier-Engel mein Weihnachtsrelikt für 2023.

Einen Engel an der Seite zu haben, wenn ich in die Zukunft gehe - das wäre doch schön, oder?
Kennt ihr das Gedicht aus China:

Ich sagte zu dem Engel,
der an der Pforte des neuen Jahres stand:
Gib mir ein Licht, 
damit ich sicheren Fußes
der Ungewissheit entgegen gehen kann!
Aber er antwortete:
Gehe nur hin in die Dunkelheit
und lege deine Hand
in die Hand Gottes!
Das ist besser als ein Licht
und sicherer als ein bekannter Weg!


Möge euch ein Engel begleiten durch dieses Jahr in die Ungewissheit der Zukunft! Gott geht ja mit!

Liebe Grüße von der schönsten Insel der Welt
Monika


Mittwoch, 4. Januar 2023

Upcycling und Ordnung!

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich euch zeigen, wie ich aus leeren Taschentuch-Boxen richtig schöne Schachteln herstelle - Upcycling eben!

Wenn die Taschentücher verbraucht sind,
muss man die leere Box nicht wegwerfen!

Dieses wird mein letzter Kreativ-Post auf diesem Blog sein. Wenn ihr das schade findet: ich habe vor, meine Bastel-Leidenschaft eher auf meinem privaten Blog auszuleben - schaut gerne mal rein. Dort findet ihr Dinge, die ich in den letzten Jahren gebastelt habe, allerdings sind das keine Basteleien, die für Kinder geeignet sind.
Der Grund, warum ich das Kreativ-Angebot aus der Flaschenpost herausnehme, ist ein ganz einfacher: mein Arbeitsgebiet hat sich im letzten Jahr komplett gewandelt. Basteln mit Kindern bzw. Familien steht vorläufig gar nicht mehr auf dem Plan. Das bedeutet im Umkehrschluss für die Flaschenpost: die Kreativ-Posts sind nicht mehr Ausdruck meiner Tätigkeit, sie quellen sozusagen nicht mehr aus meiner alltäglichen Arbeit heraus. Ich selbst bastele immer noch leidenschaftlich gern, allerdings andere Dinge, als hier gebraucht würden. Daher ist es nur logisch, diesen Teil aus der Flaschenpost zu lösen und in den privaten Blog zu übernehmen.

Mein heutiger Bastelvorschlag entstammt dann auch meiner privaten Bastelleidenschaft.
Wer viel bastelt, hat viele Dinge zum Sortieren - daher war ich auf der Suche nach geeigneten Boxen dafür. Diese sollten möglichst gleich groß sein, damit man sie gut im Regal stapeln kann.
Wie gesagt: Taschentuch-Boxen sind ein ideales Ausgangsmaterial.

So habe ich es gemacht:
Zuallererst schneide ich die Oberseite der leeren Box diagonal zu den Ecken ein.
Dafür gibt es leider kein Foto - ich habe zu spät daran gedacht und einfach vor mich hin gebastelt...
hier habe ich die 4 Teile schon nach innen gefaltet
und festgeklebt.
Alle vier Teile, die auf der Oberseite dadurch entstehen, falte ich nach innen. Ich kann sie dort festkleben und bin fertig. Die Box sieht schick aus und wird funktionieren.

Allerdings: ich habe sie gern ein wenig stabiler und eigentlich auch ganz gern noch hübscher. Ich habe also die Seiten verstärkt, bevor ich die 4 Ober-Teile eingeklebt habe. 
Dazu habe ich einfach ein Stückchen Pappe, die Rückseite von einem Block, zurechtgeschnitten und eingeklebt.
Ein Blick in die Box: alle 4 Seiten habe ich durch
einen Streifen Pappe verstärkt.
Um die Box auch von außen noch hübsch zu machen, habe ich aus buntem Papier Streifen zurechtgeschnitten und aufgeklebt:
die fast fertige Box

3 Streifen Papier, je 15 cm hoch und ca. 30 cm lang

Auf eine lange Seite einen der Streifen aufkleben

In dieser Position kann ich besser sehen, ob der
Streifen gerade sitzt.

An den Ecken einen kleinen Keil ausschneiden

So sollte es aussehen, dann kann man das überstehende
Papier nach innen umschlagen und festkleben.
Die Seiten natürlich auch umknicken und festkleben

Ein Blick auf die Box von unten. Auch hier in die
Ecken kleine Keile schneiden, damit sich die
überstehenden Papier-Streifen leicht umknicken und
festkleben lassen.

Die Schmalseiten habe ich festgeklebt,
jetzt kommt die Längsseite dran

Ein Papierstreifen ist fertig festgeklebt.

Ich habe dann die gegenüberliegende Längsseite auf dieselbe Weise bezogen.
Für die Schmalseiten schneide ich vom verbleibenden Papierstreifen 2x ca. 13,8 cm ab, die Breite hängt natürlich von der Größe der Box ab. Mit diesen beiden Papierstücken kann man die Schmalseiten beziehen, ebenfalls natürlich den Überstand nach innen bzw. auf den Boden kleben.

Jetzt ist die Box schon deutlich stabiler - und durch das bunte Papier kann ich sie nach meinem Geschmack gestalten.
Ich bin allerdings Perfektionist, daher habe ich die Box noch innen beklebt. Dafür habe ich genau ausgemessen, wie groß die Innenseiten sind und das Papier passgenau zugeschnitten.
Meine Box ist fertig: die Innenseiten sind ebenfalls
bezogen, vorne habe ich ein Etikett aufgeklebt
Wer die Box noch stabiler machen möchte, kann jetzt noch alle Ecken und Kanten mit Gewebeklebeband verstärken - aber dann kann man eigentlich auch gleich Sortierboxen aus Plastik kaufen...

Der Vorteil dieser Box aus Pappe im Vergleich zu den preiswerten Plastikboxen, die man schnell kaufen könnte: diese Box ist aus Pappe - und damit zu 100 % recyclebar. Ich kann sie ganz nach meinem Geschmack gestalten und dekorieren.
Und wenn ich immer dieselbe Sorte Taschentücher benutze, dann sind alle Boxen gleich groß und sehen im Regal auch ganz ordentlich aus.

Mit diesem Bastelvorschlag verabschiede ich mich auf diesem Blog von Kreativ-Vorschlägen. Guckt euch gerne meinen privaten Blog an!
Liebe Grüße von der schönsten Insel der Welt!
Monika




Samstag, 31. Dezember 2022

Guten Rutsch, ihr Lieben!

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost beende ich das alte Jahr 2022 und begrüße das neue 2023 - was auch sonst an Sylvester!

Wie geht's euch mit dem Abschließen von etwas Altem und dem Neuanfang?

Macht das ein wenig Angst oder Sorge? Oder freut ihr euch mehr, dass nun ein Abschnitt vergangen, geschafft und erledigt ist, und man sich auf etwas Neues konzentrieren kann?

Das vergangene Jahr 2022 war für mich ein umwühlendes Jahr: meine über 30 -jährige Tätigkeit in der Urlauberarbeit nach dem Modell von "Kirche am Urlaubsort" ist zum Abschluss gekommen. Der von mir aufgebaute und sehr geliebte Treffpunkt für Urlauber wurde geschlossen, die Räume gingen zurück an die Tourismus GmbH von Föhr. Seitdem war ich nur noch selten am Sandwall, habe nur noch sehr selten aufs Meer hinausgeblickt (das war mein Blick aus dem Bürofenster...) und habe kaum noch Kinderlieder gesungen.
Stattdessen gehe ich zur Arbeit ins Gemeindehaus, wo ich ein winzig - kleines Büro habe, ich schaue aus dem Fenster nicht auf's Meer, sondern auf die meist leere Nicolai-Straße. Anstatt als "Kinderkaspar" Familien glücklich zu machen, bereite ich Gottesdienste vor. Alles ist anders. 
Ist es schlechter?
Neiiiiin!
Ich fühle mich erstaunlich wohl in meiner neuen Aufgabe.
Im Neuen Jahr will ich endlich einen Jahresplan erstellen - ich bin gespannt, was da so alles seinen Platz findet. Vielleicht kann ich Elemente aus meiner alten Arbeit in die neue integrieren - vielleicht muss ich mich aber 2023 komplett neu erfinden.
Wir werden sehen...

Apropos "Sehen" - kennt ihr eigentlich die Jahreslosung für 2023?
Du bist ein Gott, der mich sieht.

Ich habe mich erst ein wenig gewehrt gegen diese Jahreslosung: mein erster Impuls war: das klingt nach Überwachung. 

Aber sehen ist mehr als überwachen. Sehen heißt wahrnehmen, sehen heißt verstehen, sehen heißt beachten. Ich bin bei Gott "angesehen" - nicht irgendein Niemand, an dem man achtlos vorbeigeht. Ein "angesehener" Mensch wird gegrüßt, man zieht den Hut, man hat Achtung. Ich merke beim Schreiben, dass diese Worte sehr altmodisch klingen, aber dennoch: jemanden grüßen, den Hut ziehen, jemanden beachten - das sind schöne Dinge. Gott sieht mich, zieht den Hut vor mir, grüßt mich, beachtet mich. Das fühlt sich gut an. Ich muss mich nicht verstellen. Ich darf sein wie ich bin - auch unter veränderten Umständen.

Ihr Lieben jenseits des Meeres, und auch ihr, hier auf der Insel, möge Gott auch euch ansehen und beachten! Gott segne euch

Monika


Samstag, 24. Dezember 2022

Ein Wunder im Suppenteller!

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich mit euch eine meiner persönlichen Weihnachtstraditionen teilen.
Seit etlichen Jahren schon besitze ich eine "Rose von Jericho". Kennt ihr dieses Gewächs? Ich habe sie vor vielen Jahren von meiner Mutter geschenkt bekommen, die selbst eine Rose von Jericho seit ihrer Jugendzeit besitzt. Das ganze Jahr über verbringt diese Pflanze als trockenes Knäuel Gestrüpp - sieht nicht besonders vielversprechend aus:
Was soll daran denn besonders sein?
Ein trockenes Knäuel Gestrüpp!
Aber jedes Jahr an Heiligabend hole ich meine Rose von Jericho aus dem Tiefschlaf, sie darf ihre Brötchentüte verlassen und wird auf einen Suppenteller gelegt.
Ein bisschen Wasser dazu - und das Wunder nimmt seinen Anfang:
Nur ein wenig Wasser bringt die zusammengeknüllte
Pflanze zur Entfaltung

Viel ist noch nicht passiert - aber links streckt
sich ein kleiner Zweig

Die ersten Zweige öffnen sich schon sichtbar

Man kann zuschauen, wie sich die Rose entfaltet

Das ist nach einer Stunde
Alle Jahre wieder bin ich beeindruckt von der Lebenskraft dieser Wüstenpflanze, die sich einmal im Jahr entfaltet und bei Trockenheit sich wieder zusammenkrümmt und schützt.

Mir ist diese Rose von Jericho ein weihnachtliches Sinnbild: ein paar Tropfen Wasser bringen die Pflanze dazu, sich auszurollen, sich zu entfalten.
Ein ganz kleines bisschen Liebe, ein paar Tröpfchen Zuneigung, bringen einen Menschen dazu, sich zu öffnen, die stachelige Außenhaut, die ja nur die empfindliche Seele schützt, zu öffnen und Kontakt mit dem Mitmenschen zu suchen.

Gerade in dieser Zeit von Advent und Weihnachten werden wir von allen Seiten daran erinnert, ein wenig Offenheit gegenüber den Mitmenschen zu zeigen, Zuneigung, ja, Liebe zu zeigen. Dazu gehört natürlich ein wenig Mut - aber es lohnt sich.

Ich entdecke immer wieder, wie wenig nötig ist, um Zugang zu anscheinend verschlossenen Menschen zu bekommen. Und ich entdecke auch an und in mir selbst, wie wenig es braucht, bis ich mich nicht mehr zusammenkrümme, sondern mich entfalten kann: ein wenig Sicherheit, ein wenig Bestätigung, ein ganz klein wenig Rückenstärkung - und ich kann mich entfalten.
Siehe, ich bin bei dir alle Tage - bis zum Ende der Welt.
Das ist eine dieser Zusagen, die mich zur Entfaltung bringt. Jesus sagt das zu seinen Jüngern.

Wie ist das mit euch?
Was bringt euch dazu, euch zu entfalten und zu öffnen?

Ich wünsche uns allen, dass wir das erfrischende Wasser erleben dürfen, das aus einer vertrockneten Wüstenrose ein Wunder im Suppenteller bewirkt!
Gesegnete Weihnachten!
Monika




Samstag, 17. Dezember 2022

Mein Lieblingslied im Advent...

Hallo, Ihr Lieben jenseits des Meeres - und auch ihr, hier auf der Insel, in dieser Flaschenpost möchte ich mit euch einige Gedanken über eins meiner liebsten Adventslieder teilen - und zwar "Maria durch ein Dornwald ging".
Ich kenne das Lied, eigentlich solange wie ich denken kann. Das war eines der wenigen Lieder, die ich mit der Flöte spielen konnte - damals in den lange vergangenen Zeiten, als man unbedingt Blockflöte lernen musste, um zu beweisen, dass man musikalisch ist. Erst Blockflöte, dann "was Richtiges". Ich bin an der Blockflöte gescheitert... aber das ist eine andere Geschichte.

Maria durch ein Dornwald ging - dieses Lied hatte es mir in meiner Kindheit angetan, weil ich die Melodie so schön fand. Da kann man so richtig schön schmachten. Die weichen Klänge mit dem leicht tänzelnden Rhythmus sind genau die richtige Mischung aus Sehnsucht, beschwingtem Gang und Nachdenklichkeit. Über den Text habe ich mir - ehrlich gesagt - nie Gedanken gemacht. Eine Legende von Maria und Josef eben - eine schöne Geschichte.


Und nun musste ich für die Frauen-Adventsfeier eine Andacht vorbereiten...
Von irgendwoher kam der Gedanke: mach doch mal was zu Maria und dem Dornwald...
Wirklich, ich konnte nur noch an dieses Lied denken. Eine andere Andacht, ein anderes Thema, kam überhaupt nicht in Frage.

Das Lied hat mehr zu bieten als eine schöne Melodie und einen gut singbaren Rhythmus.
Eins der darin verarbeiteten Themen ist das Tragen - dieses Wort kommt in jeder der drei Strophen vor:
In der ersten Strophe trägt der Dornwald keine Blätter - seit sieben Jahren nicht!
Wie traurig ist das denn! Am Ende ist da in diesem Wald nur noch Bitterkeit und stechende Dornen. Wie muss sich das anfühlen, durch solch ein Dorngestrüpp gehen zu müssen. Die Dornen pieksen und stechen, sie zerreißen die Kleider und vielleicht sogar die Haut. 
Und nicht einmal Blätter trägt das Dornengesträuch! Leblos, ja lebensfeindlich ist der Weg hindurch. Und voll Sehnsucht nach Lebendigkeit ist diese Strophe!

Die zweite Strophe handelt auch vom Tragen, allerdings wird hier eine Frage gestellt - ähnlich wie ein Rätsel. Zu diesem Zeitpunkt weiß nur Maria selbst die Antwort auf diese Rätselfrage: Was trug Maria unter ihrem Herzen?
Was tragen wir denn unter unserem Herzen, ganz tief verborgen in uns? Was tragen wir im Herzen in diesem Advent? Womit tragen wir uns?
Maria war "guter Hoffnung" - ein anderer Ausdruck für "schwanger". Aber in dieser Formulierung schwingt noch so viel Positives mit: gute Hoffnung haben heißt ja: vertrauensvoll in die Zukunft blicken, die Zukunft wird schön. Sie trägt ein Kind - das Kind, ganz verborgen noch und tief innen.

Die dritte Strophe erzählt dann das Wunder: wieder tragen die Dornen - diesmal aber Rosen!
Eine wunderbare Verwandlung - nein eigentlich keine Verwandlung, denn die Dornen bleiben dornig und gefährlich, aber sie schmücken sich, sie beginnen zu duften, sie nehmen Farbe an, sie werden lebendig. Das geschieht einfach so, weil das Kind, getragen von Maria, seinen Weg durch die Dornen nimmt.

Das Kind und Maria - sie tragen einander. Sie haben eine innige Beziehung, inniger geht es kaum. Das macht den Dornenweg nicht nur erträglich, sondern vielmehr zu einem duftenden Sommerweg.

Was tragen wir denn tief in unserem Herzen?
Sind das Gedanken, die pieken und stechen, oder sind wir "guter Hoffnung" - voll positiver Energie?

Nicht von irgendwoher kommen die guten Gedanken, nicht grundlos ist die Hoffnung. Marias Kind - es ist auch für uns ein besonderes Kind. Es bringt auch uns Hoffnung und vermag für uns den dornigen Weg mit Rosen zu schmücken.

Seid gesegnet an diesem Samstag vor dem 4. Advent
Monika